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SEIN - BIN - HABEN - wo liegt der Unterschied?

Das SEIN beschreibt den wahren, vollkommenen und wissenden Wesenskern eines Menschen. Wer kleine und wenig durch Erziehung eingeschränkte Kinder hat und ihnen aufmerksam zuhört, kann von dieser unverfälschten SEINS-Ebene unmittelbar etwas erahnen. Als Erwachsene kennen wir diese Ebene auch als Intuition. Zu dieser haben wir immer dann Zugang, wenn wir entspannt sind, wenn unser Verstand die Klappe hält und uns wahrnehmen lässt. 

 

Das "Ich BIN" hat viele Rollen. Ich bin Mann, Frau, verheiratet, ledig, Arbeiter, Arzt, Führungskraft, Mutter, Vorstand, Verkäufer, Sportler, Reisender, groß, klein, ok, nicht ok, dumm, gescheit und unzählige Bedeutungen mehr. Dieses "ich BIN" drückt auch Zustände, Werte und Bewertungen  aus wie ok, nicht ok zu sein, dumm oder gescheit, genügend oder ungenügend, unwichtig, wichtig u.v.m. 

Dieses "ich BIN"  ist so etwas wie die Verkleidung des SEINS, des Wesenskerns. Bedingt durch das persönliche Umfeld, Erziehung, Kultur, Tradition, Geschichte, Generationen u.v.m. Diese Verkleidung durchdringt die ganze Persönlichkeit. Das hat zur Folge, dass die Wahrnehmung nach innen wie nach außen vollkommen gefiltert wird und als subjektiv wirkender Bewertungsfilter wirkt. Jeder in seinem individuellen "ich BIN" fühlt, denkt, reagiert, handelt und kommuniziert anders. So werden Dinge, Verhaltendsweisen oder Ergebnisse erwartet,  die sich vollkommen von den Erwartungen und Verhaltensweisen einer anderen Person unterscheiden kann. 

 

Das "HABEN" bezieht sich auf materielle als auch auf immaterielle / mentale Zustände. Ob jemand die Karriereleiter wie gewünscht hinaufklettert, finanzielle Ziele erreicht, sich glücklich und zufrieden fühlt hängt wesentlich von der Energiequalität des "ich BIN" ab. Wenn etwas sich nicht wunschgemäß entwickelt, ist hier die Quelle des Übels zu suchen.  Die Energiequalität des "ich BIN" ,ot seomem individuellen Rollen, Werten und Bewertungen muss mit der Energiequalität des "HABEN"  auf ähnliche Weise energetisch schwingen können. Jegliche Missklänge führen zu Abweichungen, die zu anderen Ergebnissen führen, als gewollt. 

 

Die SEINS-Ebene ist wiederum die Ebene, der man vollkommen vertrauen kann, sie kennt den Weg hin zum HABEN. Wichtig ist nur, dass die "Ich BIN" und die "HABEN" Inhalte zueinander passen. Der Erfolg für das Gewünschte folgt dann von ganz allein. Wir erkennen es an den Zufällen. Vor allem dann, wenn wir dafür genau am richtigen Ort, mit den richtigen Inhalten zum richtigen Zeitpunkt präsent sind. Dann fällt uns der Zufall zu und wir können zugreifen, entscheiden und umsetzen. Schritt für Schritt da hin, wo man hin will und es wird gelingen. 

 

Beispiel:

Als Coach seit über zwanzig Jahren habe ich das in vielen Lebensgeschichten miterleben dürfen. Kürzlich rief mich ein Klient an, nachdem er erst keine 2 Wochen vorher bei mir im Training war. Er war jung, unruhig, wissbegierig, wollte viel auf einmal, hatte auch so einiges ausprobiert aber nie ganz zu Ende geführt und brachte dadurch manches in seinem Leben durcheinander. Er fühlte sich in sich selbst nicht mehr wohl. Die Folge waren mehrere Fehlentscheidungen, die ihn mehr oder weniger im Kreis drehen ließen. Trotz an sich guter Veranlagungen und Willensbereitschaft, das Beste aus sich zu machen.

Wir brachten dieses entstandene Chaos zurück in eine Ordnung. Diese neue Ordnung gestaltete er anschließend als Collage. So konnte sein Unterbewusstsein fokussierter wirken. Im Draufblick wurde ihm darüber eine zentrale Entscheidung klar, die er als nächstes zu fällen hatte.

Er fuhr nach Hause, blieb bei seiner Entscheidung für den zentralen Schritt, vereinbarte einen entsprechenden Termin, vor dem er sich zuvor immer gescheut hatte. Er ging dort hin und bekam wieder nicht das, was er erwartet hatte.  Er wollte schon wieder gehen, da sprach ihn ein älterer Herr an. Sie kamen ins Gespräch und am Ende stellte sich heraus, er war doch im richtigen Moment am richtigen Ort mit den passenden Inhalten. Doch es gestaltete sich völlig anders, als sein Verstand es sich zuvor je hätte vorstellen können. Es war eine essenzielle Schlüsselbegegnung. Nur dort konnten sich diese beiden Wege kreuzen. Mit dieser Begegnung erfüllte sich nicht nur der erste Schritt, sondern gleich all seine weiteren Fragen im Umgang mit Wohnqualität, Berufung und Finanzen.  Alles machte Sinn, alles hatte jetzt eine stabile Ordnung, innerhalb dessen er sich sicher bewegen konnte.  Es genügte ein Handschlag, und die beiden waren sich einig.

 

Beide spürten, diese Begegnung "musste" SEIN. Und hier kommt genau diese Ebene ins Spiel. Eigentlich wollte dieser junge Mann gar nicht zu mir ins Training, es war ihm zu teuer. Er bekam es eine Zeit später als Geschenkgutschein von jemand, der ihn gut kannte, dann geschenkt. So hatte er überhaupt erst den Weg zu mir gefunden. Hier bereits wirkte die allwissende SEIN-Ebene. Alles weitere war eine Kette von Folgen, wie ich sie bereits beschrieben habe. Er erlebte ein Ergebnis, dass er so niemals zuvor hätte erwarten können. Doch seine SEINS-Ebene wusste es. Er war glücklicherweise mental offen genug, sich von diesen Begebenheiten "führen" zu lassen. Erst vom Gutschein, dann von der Ausssagekraft des Coachings und seiner Collage und dann in seiner gewonnenen eigenen Sicherheit, für was er eine Entscheidung treffen mss und wie handeln. 

 

Doch das wahre Geschenk für die SEINS - Ebene kam erst danach. Denn die SEINS-Ebene möchte keine weltlichen HABEN-Dinge, sondern bestimmte Erfahrungen HABEN. Die Seele dieses jungen Mannes hatte ihn in eine Familie hineingeboren, in der er von einem strengen Vater dominiert wurde. Er hatte somit nur schwer lernen dürfen, sich als Mann zu behaupten. Wenn er das versuchte, und Dinge tat, die nicht im Sinne des Vaters waren, gab es immer höchst aggressive Auseinandersetzungen. Die Folge war, dass der Junge Mann Konflikten auswich. Was ihn letztlich auch nicht zu seinen Wunschergebnissen geführt hatte. Entscheidend ist jedoch, dass ich das im Training mit ihm nicht ansprach im Vertrauen, dieser Mensch braucht erst einmal Ordnungen, denen er zustimmen und vertrauen kann. Alles weitere kommt zu einem späteren Zeitpunkt. 

 

Ich war selbst überrascht, was dann geschah. Als er seinem laut aggressivem Vater seine Begegnung und seine Entscheidung mitteilte, rastete dieser wie zu erwarten lautstark aus und bezichtigte seinen Sohn, dumm zu sein, solch eine Fehlentscheidung zu treffen. Früher war die Kette dieser Konfiktspirale immer dieselbe. Der Sohn beschwichtigte, zog sich zurück und dann war für einige Wochen wieder Sprachlosigkeit zwischen den beiden. Nicht dieses mal. der junge Mann sagte ganz ruhig seinem Vater, dass er vollkommen hinter dieser Entscheidung steht, erklärte in Ruhe seine Beweggründe und signalisierte, dass er mit nichts eine andere Entscheidung treffen werde als die, die er bereits getroffen hatte. Er blieb felsenfest und diese Festigkeit ließ plötzlich seinen Vater ganz ruhig werden. Am Ende stimmte der Vater der Entscheidung zu und sie blieben im Gespräch, keine Sprachlosigkeit wie all die Jahre davor. Der junge Mann sagte mir, er wäre plötzlich ein völlig anderer Mensch gewesen. Seine "ich BIN" Ebene war so fest mit seiner "SEINS" Ebene in Verbindung, dass ihn einfach nichts mehr umhauen konnte. Er musste keine Coaching über Verhaltensänderung machen, er brauchte keine Konflikttrainings, nichts. Es genügte seine Verbindung zu seinem SEIN und einem dazu passenden "ich BIN". ... in dem Fall: ICH BIN ok für das, was ich mir vorgenommen habe. Nur ich entscheide über das, was mich zufrieden und glücklich macht. So sprach er nicht, aber so fühlte er plötzlich. 

 

So hatte sich für ihn sein SEIN mit seinem ICH BIN hin zu einem HABEN energetisch bewegt und brachte alles auf den Punkt. In dieser einen entscheidenden Begegnung, die alles veränderte. 

 

Zumindest im Moment. Auf dem Weg hin zu seiner Erfüllung seiner greifbar gewordenen Vision werden sicher wieder Fallstricke auftauchen, manches sich nicht so rosig entwickeln, wie es vielleicht Anfangs aussieht. Doch das ist zweitrangig. Seine Seele hat eine essenzielle Erfahrung in all dem machen können. Und letztlich ist es das, was das Leben trägt, um was es geht, wenn das Leben zu Ende geht. Das ist, was mitgenommen werden kann in die Anderswelt. Gemachte Erfahrungen. Seine war die Erfahrung, der "Fels in der Brandung" zu sein, wenn es draußen stürmt. (Der tobende Vater). Was er mit seinem Vater bewältigt bekam, wird er fortan auch künftig mit allen anderen Situationen im Außen hinbekommen. Er hatte jetzt das Vertrauen dafür gewinnen können.  Vor emotionalen Eskalationen hatte er keine Angst mehr. 

 

 

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